Sustainable construction needs monitoring

by Moritz | 26.11.2025 | Seals, Flat roofs

Dies ist ein Podcast zum Beitrag von Andreas Rödel beim EBH Forum in Köln 2025. 

    Podcast: Feuch­te­mo­ni­toring im Holzbau: Systeme, Anwen­dungen und Lehren aus der Praxis

    by Andreas Rödel

    Einleitung

    Holzbau hat sich in den vergan­genen Jahren von einer Nische zu einem zentralen Baust­ein des urbanen Bauens entwi­ckelt. Neben den ökolo­gi­schen Vorteilen – CO₂-Speicherung, Recycling­fä­higkeit und Ressour­cen­schonung – überzeugt Holz durch hohe Tragfä­higkeit, kurze Bauzeiten und archi­tek­to­nische Vielfalt. Gerade im Hochbau werden zunehmend anspruchs­volle Bauwerke reali­siert, die neue Maßstäbe für nachhal­tiges Bauen setzen.

    Gleich­zeitig bringt die Materi­al­ei­gen­schaft „Feuch­te­emp­find­lichkeit“ erheb­liche Heraus­for­de­rungen mit sich. Eine zu hohe Holzfeuchte kann zu Verfor­mungen, Rissbil­dungen, Pilzbefall und im Extremfall zu gravie­renden Tragfä­hig­keits­ver­lusten führen. Während im klassi­schen Ingenieurbau (z. B. bei Brücken) seit Jahren Monitoring-Techno­logien einge­setzt werden, ist die syste­ma­tische Überwa­chung im Hochbau noch vergleichs­weise wenig verbreitet.

    Der vorlie­gende Beitrag zeigt, warum Feuch­te­mo­ni­toring im Hochbau, insbe­sondere im bei Holzbau­werken zunehmend notwendig wird, welche Risiken ohne beglei­tende Überwa­chung bestehen, welche Systeme heute verfügbar sind und welche Lehren sich aus prakti­schen Anwen­dungen ziehen lassen. Ziel ist es, Planern, Bauherren und Ausfüh­renden konkrete Hilfe­stel­lungen und Denkan­stöße für den sicheren und wirtschaft­lichen Umgang mit Feuch­te­ri­siken im modernen Holzbau zu geben (1).

      Risiken und Problem­felder ohne Monitoring

      Material- und Nutzungs­ein­flüsse

      Holz reagiert stark auf Änderungen seines Feuch­te­ge­halts. Bereits bei länger anhal­tenden Holzfeuchten oberhalb von ca. 20 % steigt das Risiko eines biolo­gi­schen Abbaus deutlich. Pilze können Zellulose und Lignin abbauen und damit die Festigkeit der tragenden Struk­turen massiv reduzieren. Zusätzlich führen Feuch­te­wechsel zu Quell- und Schwind­pro­zessen, die Rissbil­dungen und lokale Spannungen verur­sachen (Abbildung 1).

      Sichtbare Schäden an der Holzkonstruktion: 3 Bilder mit unterschiedlichen Schadensbildern

      Abbildung 1: Typische Feuch­te­schäden an Holzbau­teilen (z. B. Quellung, Verfärbung, Holzfäule)

      Neben diesen materi­al­im­manenten Risiken spielen auch Nutzungs­ein­flüsse eine Rolle: unzurei­chend belüftete Innen­räume, hohe Nutzungs­feuchte (z. B. in Bädern) oder Konden­sat­bildung können zu unsicht­baren Schäden im Verbor­genen führen, die ohne Monitoring oft erst erkannt werden, wenn bereits größere Sanie­rungs­maß­nahmen notwendig sind.

      Kritische Anwen­dungs­be­reiche im Hochbau

      Im Hochbau zeigen sich bestimmte Bauteile und Nutzungs­si­tua­tionen als besonders feuch­te­sen­sibel:

      • Flach­dächer: Abdich­tungs­systeme haben eine endliche Lebens­dauer; Undich­tig­keiten bleiben ohne Monitoring oft lange unent­deckt und führen zur Durch­feuchtung der Tragstruktur.
      • Fassaden: Schlag­re­gen­be­an­spru­chung und konstruktiv anspruchs­volle Anschlüsse stellen ein erheb­liches Risiko dar.
      • Nassräume: Dauer­hafte Wasser­ein­wirkung und Dampf­dif­fusion können zu verdeckten Schäden an der Holzkon­struktion führen.
      • Innen­räume mit geringer Lüftung: Nutzungs­ein­flüsse (z. B. Wohnen, Schwimm­hallen) führen zu erhöhter Luftfeuchte, die ohne kontrol­lierte Abfuhr oder bei fehlerhaft ausge­führten Dampf­sperren kritische Auffeuch­tungen in der Konstruktion verur­sachen können.

      Inter­na­tionale Erkennt­nisse

      Inter­na­tionale Forschungs­in­itia­tiven wie die COST Action HELEN (Holistic design of taller timber buildings (2)) haben gezeigt, dass Feuch­te­ein­wirkung einer der zentralen Faktoren für die Dauer­haf­tigkeit von Holzbau­werken ist. Monito­ring­lö­sungen gelten hier zunehmend als integraler Bestandteil zukunfts­fä­higer Baukon­zepte. Erfah­rungen aus dem Ingenieurbau, bei denen Echtzeit­über­wa­chung etabliert ist, belegen das Potenzial, Schäden frühzeitig zu erkennen, Wartung zu optimieren und die Lebens­dauer von Konstruk­tionen signi­fikant zu verlängern (3).

      Technische Ansätze des Feuch­te­mo­ni­to­rings

      Feuch­te­mo­ni­toring im Holzbau kann, je nach gewünschter Zielstellung, mit unter­schied­lichen techni­schen Ansätzen umgesetzt werden. Diese Systeme unter­scheiden sich hinsichtlich Genau­igkeit, Abdeckungsgrad, Kosten und Einbau­aufwand. Entscheidend ist die Wahl eines passenden Systems in Abhän­gigkeit von Bauteiltyp, Risiko und Nutzungs­an­for­derung.

      Punktuelle Messsysteme

      Punktuelle Messungen erfassen Nässe und Feuch­tigkeit oder direkt die Holzfeuchte an genau definierten Stellen. Klassisch kommen kombi­nierte Temperatur/Luftfeuchtesensoren oder resistive bzw. kapazitive Wider­stands- bzw. Impedanz­sen­soren zum Einsatz, die über die elektrische Leitfä­higkeit Rückschlüsse auf vorhandene Nässe oder den Feuch­te­gehalt von Holzbau­teilen zulassen.

      Anwen­dungs­felder: Anschluss­de­tails, Aufla­ger­be­reiche, Hirnholz­flächen, Nassräume oder verdeckte Hohlräume.

      • Vorteile: sehr präzise Messwerte, auch über längere Zeit zuver­lässig inter­pre­tierbar.
      • Nachteile: decken nur bekannte Risiko­punkte ab; unvor­her­ge­sehene Feuch­te­ein­träge außerhalb der Messstellen bleiben unent­deckt oder werden erst mit Zeitverzug erkannt.

      Linien­hafte Sensoren

      Linien­hafte Sensoren – z. B. Sensor­kabel oder ‑bänder – reagieren entlang ihrer gesamten Länge auf Feuch­tig­keits­ein­tritt. Sie liefern keine absoluten Feuch­te­werte, sondern zeigen Trends oder Ereig­nisse an.

      • Anwen­dungs­felder: Flach­dächer (unterhalb von Wärme­däm­mungen), Fassa­den­fugen, Übergänge zwischen Holz und Beton.
      • Vorteile: großflä­chige Abdeckung, robuste Früherkennung auch an unerwar­teten Eintritts­stellen, relativ geringe Kosten.
      • Nachteile: keine exakte Ortung der Schadens­stelle, Inter­pre­tation der Daten ist aufwen­diger. (Abbildung 2)

      Abbildung 2: Flach­dach­aufbaus mit integriertem linien­haftem Monitoring-System.

      Vollflä­chige Überwa­chungs­systeme

      Die umfas­sendste Form der Kontrolle bieten vollflächig wirkende Systeme auf Basis der elektro-resis­tiven Dicht­heits­kon­trolle unter Verwendung leitfä­higer Kontakt­lagen unterhalb der Abdichtung. Diese erlauben eine unmit­tel­barere Erkennung von lecka­ge­be­dingten Wasser­ein­tritten mit koordi­na­ten­mä­ßiger Ermittlung der Lecka­ge­po­sition (3).

      • Anwen­dungs­felder: Abdich­tungen unter exten­siven und inten­siven Dachbe­grü­nungen mit und ohne Wasser­spei­cherung, Terrassen oder Abdich­tungen von Ingenieur­bau­werken in Holzbau­weise.
      • Vorteile: lückenlose Überwa­chung, präzise Lokali­sierung kleinster Undich­tig­keiten, hohe Betriebs­si­cherheit.
      • Nachteile: höhere Inves­ti­ti­ons­kosten, Integration muss frühzeitig geplant werden. (Abbildung 3)

      Manuelle vs. Echtzeit­über­wa­chung

      Neben der Sensorwahl ist die Art der Daten­er­fassung für den Erfolg einer Monito­ring­lösung entscheidend. Manuelle Systeme erfordern regel­mäßige Kontroll­mes­sungen vor Ort. Sie sind kosten­günstig, liefern jedoch keine konti­nu­ier­lichen Infor­ma­tionen.

      Prinzipdarstellung einer vollflächigen elektro-resistiven Abdichtungsüberwachung

      Abbildung 3: Prinzip­dar­stellung einer vollflä­chigen elektro-resis­tiven Abdich­tungs­über­wa­chung

      Echtzeit­systeme erfassen permanent Daten, werten sie automa­tisch aus und ermög­lichen Alarm­mel­dungen sowie Fernzu­griff. Sie erhöhen die Reakti­ons­ge­schwin­digkeit erheblich.

      Abbildung 4: Vergleich manuelle Vor-Ort-Messung versus Echtzeit­über­wa­chung mit automa­ti­scher Alarmierung

      Integration in den Planungs­prozess

      Abdich­tungs- Feuch­te­mo­ni­toring entfaltet seine Wirkung nur dann, wenn es bereits in der Planungs­phase berück­sichtigt wird (4). Entscheidend sind:

      • die frühzeitige Entwicklung eines an die möglichen Schadens­ri­siken und baulichen Randbe­din­gungen angepassten Monito­ring­kon­zepts
      • die bauphy­si­ka­lische Definition relevanter Messgrößen und Grenz­werte,
      • die Integration des System­kon­zepts in die objekt­be­zogene TGA-Planung einschließlich erfor­der­licher Anbin­dungen an eine etwaige überge­ordnete Gebäu­de­leit­technik
      • die Definition eines lebens­dau­er­be­glei­tenden Betriebs­kon­zepts als Teil des Wartungs- und Instand­hal­tungs­re­gimes des zu überwa­chenden Gebäudes.

      Da die für diese Aufgabe erfor­der­liche Expertise und Erfahrung bisher überwiegend nur bei den Anbietern derar­tiger Monito­ring­lö­sungen vorhanden ist, sollte hier bereits frühzeitig ein leistungs­fä­higer Anbieter mit starker ingenieur­tech­ni­scher Ausrichtung und breitem Angebots­profil als Partner in das Projekt mit einge­bunden werden, um das Projekt von der Planung über die Reali­sierung bis hin zur langjäh­rigen Betreuung während der Gebäu­de­nutzung zu begleiten.

      Praxis­bei­spiele und Lessons Learned

      Genutzte Flach­dächer

      Genutzte Flach­dächer stellen im Holzbau eine der größten Risiko­zonen dar. Selbst kleine Leckagen können unbemerkt bereits in kurzer Zeit zu großflä­chigen Durch­feuch­tungen der Konstruktion führen. Durch den Einsatz von Echtzeit­mo­ni­to­ring­sys­temen mit vollflä­chiger Dicht­heits­über­wa­chung der Abdich­tungs­ebene und automa­ti­scher Ortung werden auftre­tender Leckagen frühzeitig erkannt und präzise geortet, so dass Risiken durch unerkannte Leckagen wirksam gemindert und Abdich­tungs­flächen planmäßig instand gehalten werden können.

      Lehre: Bei genutzten Flach­dä­chern mit Begrü­nungen, PV oder Regen­was­ser­rück­haltung stellt vollflächig wirkendes elektro-resis­tives Abdich­tungs­mo­ni­toring die wirksamste Art der Risiko­mi­ni­mierung dar, da Wasser­ein­tritte durch die Abdich­tungs­ebene sofort erkannt und geortet werden und der Erfolg von Repara­turen unmit­telbar in den Messdaten beobachtet werden kann.

      Praxisbeispiel Monitoring Flachdach mit vollflächiger elektroresistiver Dichtheitsüberwachung

      Abbildung 5: Praxis­bei­spiel Monitoring Flachdach mit vollflä­chiger elektro­re­sis­tiver Dicht­heits­über­wa­chung

      Fassaden und Schlag­re­gen­be­an­spru­chung

      Fassa­den­systeme sind in der modernen Archi­tektur hohen Belas­tungen durch Schlag­regen ausge­setzt. Eindrin­gendes Wasser stellt hier insbe­sondere für Holzkon­struk­tionen ein beson­deres Risiko dar.

      In einem mehrge­schos­sigen Wohnge­bäude in Holzbau­weise mit vorge­stellter Klinker­fassade wurden selbst­kle­bende Sensor­bänder auf der Holzau­ßenwand appli­ziert, um mögliche Wasser­ein­tritte in die Hinter­lüf­tungs­ebene oder durch Taupunkt­un­ter­schrei­tungen bedingte Konden­sation auf der Außen­be­plankung der Holzau­ßen­wände frühzeitig detek­tieren zu können. Zusammen mit weiteren Sensoren zur Messung der Holzfeuchte in der Außen­be­plankung sowie Tempe­ratur-/Luft­feuch­te­sen­soren in der Hinter­lüf­tungs­ebene wurde so ein umfang­reiches Monito­ring­konzept reali­siert, um die bauphy­si­ka­lische Funktion der Außen­wand­kon­struktion zu überwachen, Abwei­chungen vom berech­neten Verhalten zu erkennen und etwaige schadens­be­dingte Fehlzu­stände frühzeitig detek­tieren zu können.

      Insgesamt verfügt das 4 stöckige Gebäude über ca. 160, über alle vier Außen­wände verteilte Messstellen. Zusätzlich werden bei dem Gebäude sowie drei weiteren Schwes­ter­ge­bäuden am Standort die begrünten Dachflächen mit einem vollflä­chigen Dicht­heits­mo­ni­toring sowie insgesamt 71 Bäder mit unter den Badmo­dulen angeord­neten Sensor­bändern konti­nu­ierlich auf Fehlzu­stände überwacht.

      Lehre: Manchmal muss es was beson­deres sein, um messtech­nische Gewissheit zu erlangen. Hier lohnt es sich, einen im Monitoring insbe­sondere von Holzkon­struk­tionen erfah­renen Partner mit eigener Sensor­ent­wicklung einzu­binden, um eine passgenau auf das Objekt zugeschnittene Lösung zu erhalten.

      Nassräume im Wohnungsbau

      Bei einem in Holzbau­weise errich­teten Pflegeheim mit 20 Wohnein­heiten wurden die Bäder zur konti­nu­ier­lichen Nässe­über­wa­chung mit einem Monito­ring­system mit auf dem Rohfuss­boden angeord­neten Sensor­bändern ausge­stattet. Spora­disch kommt es in zwei überein­ander an der westlichen Außenwand liegenden Bädern zu kurzfris­tigen Nässe­ereig­nissen, die aber bisher bereits nach kurzer Zeit immer wieder abgetrocknet sind und daher nach Kenntnis des Autors seitens des Betreibers bisher keine weiter­ge­henden Maßnahmen vor Ort ausgelöst haben.

      Das vollständig automa­ti­sierte Monitoring und die seit Inbetrieb­nahme vor etwa 3 Jahren durch­gängige Daten­his­torie schaffen hier daten­ba­sierte Sicherheit vor unent­deckten Feuch­te­schäden und ermög­lichen im Lecka­gefall dank sofort erfol­gender Alarmierung ein schnelles zielge­rich­tetes Eingreifen.
      Ein Gegen­be­spiel dazu liefert aktuell ein nur etwa 2 Jahre älteres Holzbau­projekt in Berlin, bei dem wegen länger­fristig unent­deckter Undicht­heiten der Duschen voraus­sichtlich weit mehr als 100 Bäder und Raummodule umfang­reich saniert werden müssen, wobei in der überwie­genden Anzahl der Fälle ein kompletter Austausch der Brett­sperr­holz­decken erfor­derlich ist.

      Lehre: Einfache, bedarfs­ge­rechte gestaltete Überwa­chungs­lö­sungen verbessern die Sicherheit und schaffen Klarheit über den Zustand feuch­te­kri­ti­scher Bereiche innerhalb von Holzge­bäuden (Abbildung 6). Nicht­wissen wegen nicht vorhan­dener oder unzurei­chender Überwa­chung stellt im schlimmsten Fall ein existen­zi­elles Risiko dar.

      Diskussion: Wirtschaft­lichkeit, Nachhal­tigkeit und Integration

      Wirtschaft­lichkeit

      Die Kosten für Monitoring-Systeme liegen typischer­weise bei unter einem Prozent der Gesamt­bau­kosten. Schon ein einziger Schadensfall kann Sanie­rungs­kosten im sechs­stel­ligen Bereich verur­sachen. Monitoring ist damit eher als aktive Versi­cherung zu verstehen, die präventiv wirkt.

      Nachhal­tigkeit

      Feuch­te­schäden führen fast immer zu Rückbau und Entsorgung großer Materi­al­mengen – mit entspre­chend hohem ökolo­gi­schen Fußab­druck. Monitoring verlängert die Lebens­dauer, reduziert Abfälle und unter­stützt ressour­cen­scho­nendes Bauen.

      Abbildung 6: Praxis­bei­spiel Monitoring im Nassraum – punktuelle Sensoren unterhalb der Abdichtung.

      Integration in Planungs­pro­zesse

      Monitoring erfordert inter­dis­zi­plinäre Zusam­men­arbeit:

      • Archi­tekten sorgen für unauf­fällige Integration.
      • Bauphy­siker definieren Messgrößen und Grenz­werte.
      • Elektro- und TGA-Planer gewähr­leisten Energie­ver­sorgung und Daten­an­bindung.

      Integration in Planungs­pro­zesse

      Monitoring erfordert inter­dis­zi­plinäre Zusam­men­arbeit:

      • Archi­tekten sorgen für unauf­fällige Integration.
      • Bauphy­siker definieren Messgrößen und Grenz­werte.
      • Elektro- und TGA-Planer gewähr­leisten Energie­ver­sorgung und Daten­an­bindung.

      Betrieb und Wartung

      Daten müssen regel­mäßig überprüft werden. Dazu sind klare Zustän­dig­keiten im Betrieb erfor­derlich. Die Anbindung an Gebäu­de­ma­nage­ment­systeme verbessert die Effizienz und erleichtert den Umgang mit Alarm­mel­dungen.

      Lessons Learned

      Monitoring-Systeme amorti­sieren sich schnell, liefern wertvolle Daten für zukünftige Bauweisen und erhöhen die Planungs­si­cherheit. Entscheidend für die Akzeptanz sind einfache Bedien­barkeit und verläss­liche Auswer­tungs­tools.

      Schluss­fol­ge­rungen und Ausblick

      Holzbau steht für Nachhal­tigkeit, Ressour­cen­schonung und archi­tek­to­nische Vielfalt. Die Empfind­lichkeit gegenüber Feuchte bleibt jedoch eine Achil­les­ferse. Monitoring-Systeme helfen, diese Schwach­stelle zu kontrol­lieren.

      Die wichtigsten Erkennt­nisse:

      • Punktuelle, linien­hafte und vollflä­chige Systeme haben jeweils spezi­fische Stärken, sind aber vielfach nicht geeignet, hinsichtlich des Schadens­ortes nicht vorher­sehbare Fehlzu­stände, z.B. Abdich­tungs­le­ckagen, frühzeitig zu erkennen und zu lokali­sieren. Hier liegt die Stärke der vollflächig wirkenden Echtzeit­über­wa­chung mit automa­ti­scher Lokali­sierung des Schadensorts, insbe­sondere dann, wenn aufgrund Nutzungen auf den Abdich­tungen andere Lokali­sie­rungs­ver­fahren nicht mehr anwendbar sind.
      • Erfolg­reiches Monitoring beginnt im Planungs­prozess und erfordert eine starke Unter­stützung durch ein erfah­renes, ingenieur­tech­nisch ausge­rich­tetes Team.
      • Echtzeit­über­wa­chung wird sich im Hochbau zunehmend als Standard etablieren. Monitoring erhöht nicht nur die Sicherheit dank hochver­füg­barer Infor­ma­tionen, sondern spart langfristig Kosten und Ressourcen.

      Der Ausblick ist eindeutig: Fortschritte in Sensorik, Energie­ver­sorgung und Daten­analyse werden Systeme günstiger und leistungs­fä­higer machen. Die Integration in BIM-basierte Planungs- und Betriebs­pro­zesse eröffnet neue Möglich­keiten, Monito­ring­daten mit digitalen Bauwerks­mo­dellen zu verknüpfen. Inter­na­tionale Initia­tiven wie COST HELEN werden die Standar­di­sierung voran­treiben.

      Fazit: Feuch­te­mo­ni­toring ist kein Zusatz, sondern ein wesent­licher Bestandteil für die Zukunfts­fä­higkeit des Holzbaus.

      Quellen­verweis

      1. Bautechnik. Sonderheft Holzbau Ausgabe 2, 2021. Ernst & Sohn Verlag, Berlin. Seite A20-A21. Andreas Rödel: Echtzeit­mo­ni­toring schützt vor unbemerkten Langzeit­schäden
      2. Cost Action CA20139, 2022. holistic design of taller timber building (HELEN). Sustaina­bility and Durability of Taller Timber Buildings: A State-of-the-Art Report. Part 4 Moisture Impact. WG4.SG4.03 Andreas Rödel: Full-Area covering leakage and wetness monitoring on big timer struc­tures using real time monitoring. Page 55–58.
      3. ICTB 2025. 5th Inter­na­tional Confe­rence on Timber Bridges, Rotorua, New Zealand, Andreas Rödel: Monitoring techno­logies for the long-term evaluation of timber bridges
      4. Bauphy­sik­ka­lender 2002. Ernst & Sohn Verlag, Berlin, Part C6, Seite 607–632. Andreas Rödel: Lecka­gen­ortung an Bauwerks­ab­dich­tungen
      5. Bautechnik. Sonderheft Flach­dächer 2022. Ernst & Sohn Verlag, Berlin. Seite 10–13. Andreas Rödel: Monito­ring­systeme richtig planen und betreiben.